Fragen und Antworten zur Nahwärme

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  • Was ist Nahwärme?

     

    Unter Nahwärme versteht man die Wärmeversorgung eines bestimmten Gebiets, wie dem Hauptort des Marktes Marktschorgast, durch einen oder mehrere Wärmeerzeuger, die sich an einem Ort nahe oder innerhalb des Gebiets befinden. Die Versorgung mit Nahwärme erfolgt dabei über Nahwärmenetze, in denen Wasser durch ein verzweigtes Leitungsnetz gepumpt wird. Über Wärmetauscher wird das Wasser durch die abgegebene Wärmeenenergie des Wärmeerzeugers erhitzt und zum Verbraucher transportiert (Vorlauf). Dort befindet sich ebenfalls ein Wärmetauscher (Hausübergabestation), der die Wärmeenergie an den Heizkreislauf des Abnehmers überträgt. Das abgekühlte Wasser fließt über den Rücklauf zurück.

  • Wie kommt die Nahwärme in mein Haus?

    Vom Nahwärmenetz in der Straße wird die Hausanschlussleitung über Ihr Grundstück in den Heizungsraum verlegt und an die Hausübergabestation angeschlossen. Dafür ist eine Kernbohrung erforderlich, durch die die Hausanschlussleitungen (Vorlauf und Rücklauf) in das Gebäude geführt werden. Danach wird die Wand wieder wasserdicht verschlossen.

  • Welche Funktion hat die Hausübergabestation?

    Das heiße Wasser des Nahwärmenetzes wird mit Hilfe von Pumpen zu den Häusern transportiert (Vorlauf). Die Hausübergabestation enthält einen Wärmetauscher, der die Wärme auf den hausinternen Heizkreislauf überträgt. Nach der Wärmeabnahme fließt das abgekühlte Wasser zurück in das Nahwärmenetz (Rücklauf). Über den Wasserdurchfluss und die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf wird mit Hilfe des in der Übergabestation integrierten geeichten Wärmemengenzählers die abgenommene Wärme ermittelt.

  • Wer übernimmt die Hausanschlusskosten?

    Der Betreiber des Nahwärmenetzes übernimmt die Hausanschlusskosten bis zur Übergabestation sowie die Kosten für die Übergabestation selbst. Alles jenseits der Übergabestation fällt in die Zuständigkeit des Hauseigentümers. So z.B. die Einbindung des hausinternen Heizkreislaufs (Neuanbindung an die Übergabestation). Je nach Gebäude können diese Kosten variieren und liegen erfahrungsgemäß zwischen 500 und 1.500 €.

  • Wer richtet die Hoffläche wieder her?

    Die vom Betreiber des Wärmenetzes beauftragte Baufirma wird den vorherigen Zustand wieder bestmöglich herstellen. Sollten Sie Aufwertungen vornehmen wollen, sind diese selbst zu tragen.

  • Können zwei Grundstücke über eine gemeinsame Hausanschlussleitung angeschlossen werden?

    Das ist aus technischer Sicht kein Problem. Sollten Sie Eigentümer beider Grundstücke sein, spricht auch rechtlich nichts dagegen. Anders ist es bei verschiedenen Eigentümern. Um die Wärmelieferung beider Anschlussnehmer sicherstellen zu können, müsste eine Dienstbarkeit (Nutzungsrecht) eingetragen werden.

  • Kann ich meine alte Heizungsanlage in Betrieb lassen?

    Nicht, wenn es sich um eine mit fossilen Brennträgern (Gas, Kohle, Öl oder Strom) betriebene Heizungsanlage handelt. Diese müssen still gelegt werden, das ist für die Planungssicherheit unerlässlich. Ein kompletter Abbau der alten Anlage ist wünschenswert. Bei vorhandenen Solaranlagen (Warmwasserbereitung) oder Kachelöfen ist eine Kombination mit der Nahwärme möglich und aus ökologischen Gesichtspunkten sogar sinnvoll. 

  • Ich habe noch Heizöl in meinem Tank. Kann ich auch erst zu einem späteren Zeitpunkt Wärme abnehmen?

    Bei geringen Heizölmengen kann das Heizöl zunächst noch verbraucht werden, da eine Wärmelieferung für die Bestandsgebäude erst zur Heizperiode 2015 vorgesehen ist. Alternativ könnten Sie das restliche Heizöl verkaufen.

  • Kann ich mich auch zu einem späteren Zeitpunkt anschließen lassen?

    Ein nachträglicher Anschluss ist nur bedingt möglich und hängt von der Auslastung des Netzes und der Lage des Objekts ab. Die zusätzlich anfallenden Kosten müssen dann vom Hausbesitzer getragen werden.

  • Kann die Nahwärme auch für Niedrigtemperaturheizanlagen (Fußbodenheizung) genutzt werden?

    Das ist problemlos möglich. Über ein Ventil wird die Vorlauftemperatur im Netz mit dem Rücklauf gekoppelt, um auf die gewünschte Temperatur zu kommen. 

  • Kann ich bei der Nahwärme auch eine Tag- und Nachtabschaltung eingeben und im Sommer die Heizung ausmachen?

    Der Anschluss an das Nahwärmenetz ist mit einem sehr modernen Steuerungs- und Regelungssystem verbunden. Auch Nachtabsenkungen, ausschließliche Einstellungen von Warmwasser, Zeitprogrammierungen, Außentemperatursteuerung, Frostschutz, Ferien und Wochenendprogrammierung etc. sind möglich. 

  • Wer übernimmt die Wartung des Wärmenetzes?

    Der Betreiber des Netzes ist für die Wartung der Leitungen bis zur Übergabestation und für die Wartung der Übergabestation selbst verantwortlich. Für das hausinterne Heizungsnetz sind Sie als Eigentümer verantwortlich. 

  • Ist die Wärmelieferung auch sicher?

    Der Betreiber des Wärmenetzes garantiert Ihnen die Wärmelieferung zu jeder Zeit. Unser Konzept sieht die Installation von mehreren Grund- und Spitzenlastkesseln vor, so dass auch bei Wartungsarbeiten oder Störungen eines Kessels genug Wärmeleistung durch die anderen Heizanlagen erzeugt werden kann. Zudem werden mehrere große Pufferspeicher installiert, die für zusätzliche Sicherheit sorgen. Sollte es dennoch einmal schwerwiegendere Probleme geben, wird die Versorgung über eine mobile Heizungsanlage sichergestellt. 

  • Kann eine Leitung im Netz kaputt gehen?

    Bei jedem technischen Bauteil besteht das Risiko, dass es irgendwann einen Defekt aufweist. Die Lebensdauer eines Fernwärmerohrs bei der geringen Beanspruchung eines Nahwärmenetzes liegt bei mind. 40 Jahren. Das gesamte Netz wird permanent fernüberwacht, so dass im Fall einer Störung die defekte Leitung ausfindig gemacht und der Fehler behoben werden kann. 

  • Warum sollte ich auf Nahwärme umsteigen?

    • Sie sind unabhängiger von fossilen Energien, die einerseits immer teurer werden, andererseits auch starken Preisschwankungen unterliegen.
    • Die Spekulation, wann der beste Zeitpunkt zum Öleinkauf ist, entfällt.
    • Stattdessen wird mit Hackschnitzeln aus heimischen Forsten geheizt.
    • So bleibt das Geld in der Region und weite Transportwege entfallen. Damit sinken die CO2-Emissionen gleich doppelt.
    • Des Weiteren benötigen Sie keine eigene Heizungslange mehr, es entfallen Wartungs- und Instandhaltungs- und Investitionskosten in eine neue Heizungsanlage. Auch um verschärfte Abgasnormen müssen Sie sich keine Gedanken machen.
    • Zusätzlich wird im Haus durch den Wegfall der Heizung Platz geschaffen, den Sie anderweitig nutzen können.
    • Wir garantieren Ihnen die Wärmelieferung zu jeder Zeit – eine defekte Heizungsanlage mitten im
    • Winter, kann Ihnen nicht (mehr) passieren.